Oh ja, ich war vom Anfang an
dabei, national und international, und oh ja, ich habe mir meine
Titel und Rekorde geholt. Jeder neue Rekord ein absolutes Hochgefühl,
jeder Tauchgang außerhalb des harten Trainings irgendwie
etwas Besonderes, ein Gefühl das Erinnerungen an die Freiheit
von Apnoetauchgängen vor den Rekordjagden. Als Suchender
begann ich langsam zu begreifen, dass ich überhaupt suche,
denn Meistertitel und Bestmarken sind äußerst vergängliche
Dinge und ständig zu erneuern.
Im 40cm tiefen Wasser liegend beobachtete ich eine Köcherfliegenlarve,
wie sie in ihrem eineinhalb Zentimeter langen Häuschen
aus Miniatursteinchen herumkabbelte, und das eine Stunde lang.
Ich hatte meinen ersten Schluck aus dem Kelch getrunken, natürlich
ohne es zu wissen.
Die Apnoeszene entwickelte sich weiter und ich begann die Freitaucher
genauer zu beobachten. Viele Athleten wissen gar nicht, welchen
schönen Sport sie ausüben. Fixiert auf ihre Leistungen
im Wettkampf reden sie darüber, wie toll Apnoetauchen ist,
ohne es wirklich zu fühlen. Auch die Farce vieler, wie
erhebend es wäre, mit Delphinen zu tauchen, lässt
mich nur schmunzeln. Eine Ikone die man sich ohne Probleme erfüllen
kann und auch sollte, ich habe es schon vor langer Zeit getan.
Im seichten Wasser über die Felsen schwimmend entdecke
ich einen komischen kleinen Stein. Dieser stellt sich als getarnte
Sepia heraus. Die nächsten 2 Stunden bieten ein Schauspiel
der Superlative.
Diese Sepia tarnt sich für die Jagd. Kaum kommt ein kleines
Beutetier in die Nähe, formen sich ihre acht Tentakel zu
einer Pfeilspitze auf die Beute zielend, pulsierende Farbwellen
jagen über den Körper; kommt der Fisch nahe genug,
schießen die zwei Fangpeitschen hervor, saugen sich am
Fisch fest und transportieren ihn zum Maul.