Harpunenschiessen in Deutschland
Premiere eines Reizthemas
Allein das Wort Harpune ist für viele ein Reizthema, ganz speziell in Deutschland. Um so überraschender war der große Andrang beim Zielschießen.
Das deutsche Tauchmagazin Unterwasser veranstaltete gemeinsam mit dem Indoor Tauchzentrum Aufkirchen ein Taucherlebnis der besonderen Art. Schnuppertauchen in verschiedensten Disziplinen und danach Big Party.
Das Tauchzentrum in der Nähe von München, eine ehemalige Sauerkrautfabrik, bietet mit seinen 4 Meter tiefen und untereinander verbundenen Becken, ganzjährig beste Trainingsmöglichkeiten für Schnorchel und Preßlufttaucher. Während des Events konnte vom Unterwasservideo übers Rebreathertauchen und Modelshooting auch das Harpunenschießen auf eine Zielscheibe ausprobiert werden. Überraschend war das große Publikumsinteresse. Die Zeitschrift Unterwasser war seinerzeit bereits Vorreiter in Sachen Apnoe, jetzt gibt es ein de ja-vue beim Harpunenschießen. Desweiteren ist Unterwasser auch der Meinung das Thema Speerfischen ist neu auszudiskutieren.
Mit der Ausführung war Unterwasserredakteur Lars Brinkmann betreut. Der holte sich Dieter Baumann aus Österreich zu Seite. Dieter Baumann ist nicht nur einer der Besten Apnoetaucher Österrreichs sondern auch der Crack für Harpunen und Unterwasserjagd im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam bewältigten sie den starken Andrang an Interessenten. Geschossen wurde mit Pressluftharpunen der Firma Mares.
Eines der (zahlreichen) Tauchbecken war für diesen Bewerb gesperrt und darin eine Zielscheibe befestigt. 3 Meter davor waren Abstandssteher aufgestellt, welche die Linie bildeten, die mit der Harpune nicht überschritten werden durfte. Jeder Schütze konnte zweimal schießen, wobei das bessere Ergebnis zählte. Bevor jeder der Teilnehmer seine Versuche starten durfte, wurde ihm die Funktionsweise der Harpune erklärt, dann diese vorgeladen und ins Wasser gereicht. Der Probant brauchte nur mehr bis zur Begrenzungslinie abtauchen, zielen und treffen. Nicht nur das Schlange gestanden werden mußte mit teilweisen Wartezeiten von bis von 45 Minuten, war auch das Interesse der anwesenden Weiblichkeit sehr stark.


Während des Bewerbes kam es natürlich auch zu Diskussionen über das Harpunieren von Fischen. Hier konnte Dieter Baumann einiges an Aufklärungsarbeit leisten und Dinge richtigstellen. Ob für einen Fisch ein Unterschied darin besteht ob er mit Netz, Angel oder Harpune gefangen wird, bleibt sowieso philosophisch. Desweiteren ist Speerfischen mit Preßlufttauchgerät im kompletten Mittelmeerraum und sonst so gut wie weltweit verboten. Die Leute die dann dennoch mit Preßluft harpunieren oder Fische nur zum Spaß oder Trophäenzwecken schießen sind die eigentlichen Ursachen für ein schlechtes Image der Unterwasserjäger. Der echte Speerfischer hat nicht nur ein hohes apnoistisches Können plus Treffsicherheit sondern auch ein extrem entwickeltes Umweltbewußtsein.
Apropos Treffsicherheit, diese war bei einigen Kandidaten beeindruckend. So trafen 8 von 56 gewerteten Kandidaten den Mittelkreis und erreichten so die höchste Wertung von 5 Punkten.
Durch diese Erfolge und die äußerst positiv Annahme der Veranstaltung beflügelt, plant Unterwasser im Herbst diesen Jahres einen Harpunenschießwettbewerb nach den internationalen Regeln der CMAS durchzuführen. Vier Meter Abstand zwischen Zielscheibe und Pfeilspitze werden dann die Bedingungen für das Zielschießen etwas verschärfen, den Bewerb selber aber natürlich seriöser machen.
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